Landtag ignoriert Radon-Problem – Ostprignitz-Ruppin mit hoher Radon-Konzentration in Bodenluft

Der von BVB / FREIE WÄHLER eingereichte Antrag auf Durchführung von Radon-Messungen in Nord-Brandenburg ist bei der jüngsten Sitzung des Brandenburger Landtages abgelehnt worden.

Nachdem vor bereits einem Jahr die EU-Richtlinie zum Schutz vor Radon-Strahlung in nationales Recht überführt wurde, gibt es in Brandenburg bis heute keine systematischen Messungen. Deswegen sah der Antrag vor, in den problematischen Landkreisen Messungen der Raumluft in kommunalen Einrichtungen durchzuführen.

Doch die Mehrheit des Landtages sah keinen Bedarf. So erklärten Vertreter von SPD und Linken, dass andere Bundesländer ja viel mehr betroffen seien. Dies mag sein, aber diese führen auch schon Messungen durch. Im Übrigen ist dies ein sehr bemerkenswerter Einwand, weil der Umstand, dass andere mehr betroffen sind als wir, nicht dazu führen sollte, selber nicht zu handeln. Die CDU wies darauf hin, dass es ja schon vereinzelte Messungen gegeben habe. Dies beachtet hingegen nicht, dass aussagekräftige Messungen über einen Zeitraum von einem Jahr durchgeführt werden müssen, um so einen belastbaren Wert zu ermitteln.

Angesichts dessen, dass Radon für mehr Lungenkrebstote pro Jahr verantwortlich ist als Dieselruß ist die Leichtfertigkeit der Landtagsmehrheit nicht nachvollziehbar. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, ab einer Radonkonzentration von 20.000 Becquerel je Kubikmeter Bodenluft Messungen vorzunehmen. In Ostprignitz-Ruppin haben wir nahezu flächendeckend 40.000 Becquerel. Auch andere Landkreise weisen erhöhte Konzentrationen auf. Auch der Einwand, dass die von der Bundesregierung zu erarbeitende Rechtsverordnung noch nicht verabschiedet sei, zieht nicht. Denn die von der EU vorgegebenen Grenzwerte gelten ab 2019 und eine Messreihe samt Vorbereitung und Auswertung dauert rund 1,5 Jahre. 

Bedauerlicherweise wurde somit der Antrag, präventive Messungen in kommunalen Einrichtungen durchzuführen, abgelehnt. Dabei wären auch die Kosten mit rund 50 Euro je Messung sehr überschaubar gewesen.

 

1. Redebeitrag Péter Vida (Vorstellung des Antrages): 

 

2. Redebeitrag: